ÜBER MICH



- mein Name ist Andrea Jakob - geboren 1967 -

- verheiratet, drei Söhne im Alter zwischen 10 und 18 Jahren -

- seit 1988 im Schuldienst des Kantons Solothurn an verschiedenen Schulen in Niedergösgen, Dulliken, Olten und Wangen -

- seit 2005 ist der Lebensmittelpunkt der Familie ein naturnah gelegenes Anwesen in Wangen bei Olten -



Seit meiner Schulzeit beschäftige ich mich intensiv mit Kunst und altem Handwerk - ganz besonders fasziniert hat mich immer die Schmiedekunst und das Goldschmiedehandwerk - beides ist untrennbar verbunden mit Feuer und dem Formen eines Objektes in Hitze und Glut - so war es nur noch ein kleiner Schritt, der mich vor vielen Jahren zum Glas führte - zu dem oft spröden und zerbrechlichen, und dabei dennoch beinahe ewigen Material.



Vermutlich lässt sich die Herstellung von Glas wie zahlreiche andere Erfindungen und Innovationen in den vielen tausend Jahren der Menschheitsgeschichte auf beobachtete, zufällige Abläufe zurückführen.

Am Rande eines Feuers gerät Sand in die Glut, beginnt zu schmelzen und erstarrt dann wieder - und ein weit entfernter Vorfahre aller heutigen Ingenieure und Verfahrenstechniker erkennt in diesem Moment das enorme Potential, das dieses neue Material als Werkstoff für Gebrauchsgegenstände und Schmuck bietet.

Archäologisch belegt ist die systematische Herstellung von Glas seit gut 5000 Jahren, vorwiegend in Form von Schmuckperlen - jedoch wurde Glas schon in Ägyptischer Zeit  zum hochwertigen Ausgangsmaterial für Gefäße und Statuetten.

Von diesen Anfängen bis weit ins 20ste Jahrhundert hinein zieht sich die lückenlose Geschichte der Glasperle als geschätztes und teuer gehandeltes Objekt.

Durchaus vergleichbar mit heutigen hochwertigen Produkten führte der Weg der Glasperle als Karawanenfracht, in Laderaum antiker Handelsschiffe oder ganz bescheiden im ledernen Beutel eines Reisenden bis weit in die entferntesten Gegenden der damals bekannten Welt.




Mein Blick zurück auf das Handwerk vergangener Epochen und seine teils über Jahrhunderte tradierten archaischen Prozesse ist untrennbar verbunden mit der Sicht auf die Menschen der jeweiligen Zeit und ihre Lebensumstände.

So nah und gleichzeitig unendlich fern scheint mir schon alleine die zweite Hälfte des 19ten Jahrhunderts, dabei sind es rein rechnerisch nur vier Generationen, die mich mit der Generation meiner Urgrosseltern verbinden.

Dampfmaschine, Eisenbahn, Elektrizität und Telegrafie lassen sich recht einfach in Daten und Fakten fassen - bei der Sicht der Menschen dieser Zeit auf Gott, die Welt, den Staat und die Kirche wird das Ganze schon sehr viel schwieriger.

Seit vielen Jahren sammle und bewahre ich Gegenstände des täglichen Lebens dieser vergangenen Zeit - und immer wenn ich ein solches Artefakt in den Händen halte, versuche ich zu erspüren, was es ist, das dieses Werkzeug, dieses Andachtsbuch oder auch nur diese bescheidene Brosche aus Doublé mir erzählen wollen.

Zu glauben, auf diese Weise einen lückenlosen analytischen Blick in die Vergangenheit zu tun wäre ein vermessenes Unterfangen - ich bin zufrieden und tief berührt, wenn es mir gelingt, einen Hauch aus der Tiefe der Zeit wahrzunehmen, eine ferne Ahnung dessen, was den damaligen Menschen bewegt hat, was seine tägliche Freude und seine Hoffnung war, und was seine Last und Sorge .

Nach vielen Jahren der Beschäftigung mit den Relikten der Alten Zeit scheint mir jedoch ein entscheidender Unterschied zu unserer Zeit ganz klar ersichtlich.

Unsere Urgosseltern waren in ihrer überwiegend bäuerlich strukturierten Gesellschaft weit entfernt von aller Sicherheit, die uns heute eine Selbstverständlichkeit ist.

Tod und Schicksal waren stets nah, waren tägliche Begleiter - ein Hagelschlag konnte eine Bauernfamilie in bittere Armut stürzen, ein Tritt in einen rostigen Nagel  dem Leben ein jähes Ende setzen.

Aus all diesen Gedanken heraus resultiert meine intensive gestalterische Beschäftigung auch mit

dem Themenkreis Leben, Vorsehung, Schicksal und Tod.

 

- MEMENTO MORIENDUM ESSE -

BEDENKE, DASS DU STERBLICH BIST

 




- PESTAMULETT -

Aus dem Geschichtsunterricht wissen wir noch, dass die Pest - der "Schwarze Tod" - im Europa des finsteren 14. Jahrhunderts schrecklich gewütet hat. Ich war selbst überrascht, aus einer Pressenotiz zufällig zu erfahren, dass noch im 17. Jahrhundert die Schweiz von Pestepidemien heimgesucht wurde.

So ist dieses Objekt entstanden. Der Rabenschädel ist aus Büffelhorn geschnitzt, auf der Glasperle habe ich winzige Knöchelchen ebenfalls aus Glas modelliert.




- RESPICE FINEM -

- BEDENKE DAS ENDE -




- NACHT -

 

Ich habe meine Kerze ausgelöscht.

Zum offenen Fenster strömt die Nacht herein.

Umarmt mich sanft und läßt mich ihren Freund und Bruder sein.

 

Wir beide sind am selben Heimweh krank.

Wir senden ahnungsvolle Träume aus.

Und reden flüsternd von der alten Zeit in unsres Vaters Haus.

 

PLATON   ...  427 - 347 v. Chr.




Denke lieber an das, was Du hast, als an das, was Dir fehlt.

Suche von den Dingen, die Du hast die besten aus und bedenke dann,

wie eifrig Du nach ihnen gesucht haben würdest,

wenn Du sie nicht hättest !

 

MARC AUREL  ...  RÖMISCHER KAISER  ...  121 - 180 n.Chr.




- Selbstporträt mit Skarabäus und Rabe -

 



- BÜCHER -

 

Alle Bücher dieser Welt bringen Dir kein Glück,

doch sie weisen Dich geheim in Dich selbst zurück.

 

Dort ist alles, was Du brauchst, Sonne, Stern und Mond.

Denn das Licht, danach Du frugst, in Dir selber wohnt.

 

Weisheit, die Du lang gesucht, in den Büchereien,

leuchtet jetzt aus jedem Blatt - denn nun ist sie Dein.

 

HERMANN HESSE   ...   1877 - 1962

 






- DAS RÄDERWERK -

 

Immer und bis an das Ende aller Zeit drehen sich die Räder,

die der Grosse Uhrmacher vor undenklichen Zeiten in Bewegung gesetzt hat.

Man sollte sie achten und stets im Auge behalten.

Versuchen, ihren Lauf  zu erspüren,

die dem Räderwerk innewohnenden Strukturen zu erkennen.

Nur eines sollte man niemals wagen:

Ihren Lauf verändern zu wollen oder ihnen im Wege stehen.

 

B.M.  -  2016

 




 

- GLASARBEIT -

 

Für einen Moment klingt dieses Wort nach Mühe und Weckerklingeln,

nach Stechuhr, Pausenbrot und unwilligen Stunden.

 

NEIN  ...!!!

 

Das Gegenteil ist der Fall -

Keinen Tag, keine Stunde möchte ich missen an der Flamme -

Keine einzige Minute -

Und ich hoffe, es sind mir noch deren viele vergönnt -

Um es einmal ganz unbescheiden zu sagen:

Ich wünsche mir noch beinahe unendliche, zu Jahren aufgereihte Momente

mit dieser faszinierenden Arbeit.

 

In Feuer und Glut Glas zu formen, 

täglich dem Universum neue kleine Galaxien hinzuzufügen !

 

ANDREA JAKOB   ...   SEPTEMBER 2019