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Andrea Jakob

Poetische Glasobjekte / Glasperlen der anderen Art 

 

 

Wenn etwas kleiner ist als das Große, so ist es darum noch lange nicht unbedeutend.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr.)

 

Dem Glas mit Feuer eine Seele einzuhauchen, dies ist der Antrieb meines Schaffens. Gedanken, Ideen, Geschichten in Glas zu brennen und damit eine Option auf ein Weiterbestehen zu erwirken, das ist meine Hoffnung. Dank und durch diese Leidenschaft habe ich immer wieder das Glück, Situationen erleben zu dürfen, die mich zutiefst berühren und in ihrer Art einzigartig sind. Sei dies durch Begegnungen mit Menschen, Tieren oder durch die geschärften Sinne für Kleines und Unbedeutendes. Wie nachhaltig wir eine Begegnung klingen lassen, hängt allein davon ab, ob es uns wert ist, die Seele berühren zu lassen. Vorbehaltlos.  Mut zu haben, sich auf Neues einzulassen, immer wieder bereit zu sein den Blick neu auszurichten, zu staunen oder sich gar zu irren, hilft mir bei der Gestaltung und Erzählung meiner gläsernen Geschichten.

 

Wenn es mir gelingt, jemanden damit zu ergreifen, dann ist dies das grösste Geschenk. Denn in jedem der Objekte steckt Zeit, meine Lebenszeit, ein kleines Stück meines Lebens.

 

 

Es sind Augenblicke, Erlebnisse, Gedichte, Sprüche, Aussagen, Ideen, Kleinigkeiten, Gedankenblitze und Vieles mehr, das mich motiviert, eine Glasperle zu machen. Auf diese Weise scheint es mir, die Möglichkeit auf ein Weiterbestehen sei gegeben.

 

Es gibt genug Grosses

 

Mein Blick richtet sich auf das Kleine. Dieses will ich einfangen und festhalten. Grosses auf kleinstem Raum darzustellen ist eine weitere Herausforderung. Durch Feuer und Flamme einem alltäglichen Material einen persönlichen Wert einzuhauchen ist meine Bestrebung. Wenn es gelingt, mit Assoziationen jemanden zu erreichen, anzusprechen und Gedanken sichtbar zu machen, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Die Kugel ist eine der stabilsten Formen, schwer zerstörbar und dadurch äusserst dauerhaft. Was sich bewegt, drängt zu dieser perfekten Form, die sich in der Natur  unzählige Male wiederholt.

 

Glas ist robust, stabil und als Werkstoff zu wenig wertvoll, um eingeschmolzen zu werden.

De Kugel bietet fast keine Angriffsfläche und bei Glas ist kein Korrosionsschutz notwendig.

Wenn Glasperlen bis jetzt 4100 Jahre schadlos überlebt haben, steht weiterem Überdauern nichts im Wege.

Die Arbeit mit Feuer hat etwas Magisches und ist für mich deshalb wichtig, weil es zu den wesentlichen Errungenschaften der Menschheit zählt.

 

Offenbar scheinen sogar Tiere in irgendeiner Weise fasziniert oder aber irritiert zu sein von den kleinen Kugeln. Dies wird auf den Aufnahmen sichtbar. Ausser in ganz wenigen Fällen von Bestechung durch Honig, hielt bis jetzt jedes Tier für einen Moment inne. Diesen Augenblick für eine Aufnahme zu nutzen ist nicht ganz einfach, da bei Makrofotografie die Tiefenschärfe in einem Kleinstbereich zu finden ist. Zusätzlich irritiert oft der Glanz, die Spiegelung, die Dreidimensionalität und die Perle will kollern...Dies benötigt viel Geduld.

 

Den Blick geschärft und sensibilisiert, wird mir immer mehr bewusst, dass das Glück im Kleinen, im Alltag liegt und nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Wem dieses nicht gelingt, so scheint es mir, wird auch durch Grosses nicht zufrieden.   

Die Natur lehrt mich täglich Neues sehen und neues Sehen. 

           

Meine Projekte werfen oft grosse Wellen und ermöglichen spannende, lustige und interessante Erlebnisse und bereichernde Begegnungen.

Bei den Aufnahmen erlebe ich mit meinen Liebsten zusammen viele spannende, beeindruckende und manchmal auch lustige Momente.

 

Herzlichen Dank auch allen Freunden und Bekannten, die mich in manchmal speziellen und verrückten Unterfangen für eine Aufnahme immer wieder unterstützen.

Zusätzlich erfüllt es mich mit Freude, wenn ich jemanden mit etwas so Kleinem ins Staunen versetzen kann.

  

Wangen, 2016 Andrea Jakob